Entsprechend müssen den individuellen Eigenschaften des jeweiligen Kunden Rechnung getragen werden, wie etwa der Porosität, dem Anteil weißen Haares in reiferem Haar, ebenso wie den Vorstellungen des Kunden von der endgültigen Farbe! Die genaue Vorbereitung der Haarfarbe ist serienabhängig, es gibt jedoch allgemeine Richtlinien, die für alle gelten.
Wenn Wasserstoffperoxyd und eine Alkalie, normalerweise Ammoniak, gemischt werden, so beginnt augenblicklich ein Oxidationsvorgang. Sowohl permanente als auch demi-permanente Farben sind oxidativ. Dieser Vorgang hat eine festgelegte Reaktionszeit, daher ist es erforderlich, einmal angemischte Farben so schnell wie möglich anzuwenden. Gelingt das nicht, so kann die gewünschte Farbe nicht erzielt werden, da nur eine unzureichende Aufhellung oder eine unzureichende Entwicklung der Pigmente möglich ist.
Henna und andere pflanzliche Inhaltsstoffe sollten mit heißem Wasser gemischt werden, um eine dicke Paste zu erzeugen, die dann aufgetragen werden und bis zu einer Stunde im Haar belassen werden kann, abhängig vom Haartyp. Es werden häufig unterschiedliche Kombinationen mit Henna gewählt, um die Farbreflexe zu verändern, beispielsweise Kamille, Walnuss, Indigo, Rotwein oder Schwarzer Tee.
Diese sind gebrauchsfertig. Eine Mischung der Töne untereinander ist möglich sofern der Prozess nicht oxidativ ist.
Demi-permanente Farben gehören zu einer Produktgruppe, die sich zwischen die permanenten und die semi-permanenten Farben fügt. Demi-permanente Farben enthalten eine Mischung aus bereits entwickelten Pigmenten und unentwickelten Farbstoffvorstufen. Diese Farbstoffvorstufen sind oxidativ und benötigen daher eine Reaktion mit Sauerstoff, um sich zu entwickeln. Daher müssen demi-permanente Farben mit einer schwachen Wasserstoffperoxyd-Lösung angemischt werden.
Da bei diesen Produkten Farbstoffvorstufen benutzt werden, sollten Sie vor der geplanten Anwendung einen Hauttest durchführen.
Permanente oxidative Farben sind fertig angemischt nicht lagerfähig, daher müssen sie direkt vor der Anwendung mit Wasserstoffperoxyd angemischt werden. Die Zusammensetzung oxidativer Farben wird im Abschnitt Chemie& Zusammensetzung (Chemistry & Composition) erläutert.
Oxidative Farben werden mit Wasserstoffperoxyd, meistens zu gleichen Teilen von Peroxyd angemischt. Die Chemikalien sollten immer in einer nicht- metallischen Schale angerührt werden, da Metalle unvorteilhaft mit dem Wasserstoffperoxyd reagieren können. Vermischen Sie die Komponenten mit einem Farbpinsel aus Plastik und lassen Sie die Mischung kurz stehen, damit sie sich stabilisieren kann.
Die Benutzung einer Waage ist hierbei dringend anzuraten, am besten einer elektronischen, die eine Reset-Taste hat, was bei weiteren Ergänzungen zu einer bereits bestehenden Mischung sehr zweckmäßig sein kann. Blondierungen werden auf ähnliche Weise angemischt, sie können jedoch sowohl auf Creme-als auch auf Puder-Basis sein.
Wasserstoffperoxyd gibt es in verschiedenen vorgemischten Konzentrationen, wodurch Sie eine noch bessere Kontrolle über seine Auswirkungen im Haar haben. Die Konzentration von Wasserstoffperoxyd wird entweder in Prozent oder in Volumenanteilen angegeben; 3% entsprechen dabei 10 Volumenanteilen.
